Waldrefugium auf Altrheininsel: Beitrag zum Natur- und Artenschutz
Dem Antrag auf Zustimmung zu einer naturschutzrechtlichen Ökokontomaßnahme auf Flächen der Gemarkung Linkenheim-Hochstetten wurde vom Landkreis Karlsruhe, Abteilung "Fachrechtliche Verfahren und Ökologie", zugestimmt. Vorgesehen ist die Umwandlung eines bislang bewirtschafteten Hochwaldes in ein dauerhaftes Waldrefugium, in dem künftig keine forstliche Nutzung und keine Holzernte mehr erfolgen.
Das Waldrefugium umfasst zwei Teilflächen und liegt auf einer Altrheininsel innerhalb des FFH-Gebiets "Rheinniederung von Karlsruhe bis Philippsburg" sowie im Vogelschutzgebiet "Rheinniederung Karlsruhe - Rheinsheim". Fachliche Untersuchungen ergaben an 44 Bäumen potenzielle Fortpflanzungs- und Ruhestätten für Vögel und Fledermäuse in Form von Baumhöhlen, -spalten und -rissen. Im Umfeld wurden zehn Fledermausarten sowie die Brutvogelarten Pirol und Teichrohrsänger nachgewiesen, zudem der Grünspecht im Waldgebiet.

Die Maßnahme ist Bestandteil der Waldnaturschutzkonzeption des Gemeindewaldes Linkenheim-Hochstetten aus dem Jahr 2025. Ziel ist die Entwicklung eines ökologisch wertvollen, strukturreichen Waldkomplexes, insbesondere als Lebensraum für totholz- und altholzbewohnende Arten sowie für Fledermäuse. Die Abgrenzung des Waldrefugiums wurde zwischen Forstamt und Naturschutzbehörde abgestimmt; zur Verkehrssicherung wird ein ausreichender Abstand zu Straßen eingehalten.
Für die Maßnahme werden 357.437 Ökopunkte für eine Fläche von 89.359 Quadratmetern anerkannt. Ein Ökopunkt entspricht dabei im Großraum Karlsruhe etwa einem Euro. Damit leistet die Gemeinde einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz in der Rheinniederung.



