Seit diesem Jahr arbeitet die Gemeinde Linkenheim-Hochstetten mit einer Stadtjägerin zusammen. Frau Kathrin Karn ist künftig Ansprechpartnerin rund um Fragen und Konflikte mit Wildtieren im Gemeindegebiet. Im Gespräch erklärt sie ihre Aufgaben, gibt Einblicke in ihren Alltag und Tipps für die Bürgerinnen und Bürger.
Frau Karn, stellen Sie sich bitte kurz vor.
Mein Name ist Kathrin Karn, ich bin 44 Jahre alt. Die Leidenschaft für die Jagd habe ich zunächst über meinen Mann entdeckt, den ich oft bei Revierarbeiten begleitet habe. 2022 habe ich dann selbst den Jagdschein erworben und bin seitdem als anerkannte Wildtierschützerin aktiv. 2024 habe ich meine Ausbildung zur Stadtjägerin abgeschlossen. Seit diesem Jahr betreue ich exklusiv die Gemeinde Linkenheim-Hochstetten.
Welche Aufgaben übernehmen Sie als Stadtjägerin in unserer Gemeinde?
Ich bin Ansprechpartnerin, wenn es zu Fragen oder Problemen mit Wildtieren kommt – ob Nutria am Gewässer, Waschbär im Dachboden, Dachs im Garten oder Marder im Auto. Mein Ziel ist es, mit Beratung, präventiven Maßnahmen und – wenn unbedingt nötig – jagdlichen Eingriffen dafür zu sorgen, dass Mensch und Wildtier sicher und konfliktfrei zusammenleben können. Auch im Bereich Tierseuchenprävention arbeite ich eng mit den zuständigen Behörden zusammen.
Hier finden Sie die Übersicht über die befriedeten Bezirke, in denen die Stadtjägerin aktiv werden darf:
2023-07-31, Übersicht befriedete Bezirke ab 01.04 (1)
Mit welchen Tierarten haben Sie es hier am häufigsten zu tun?
Typisch sind Marder, Waschbären, Nutrias und Dachse. Darüber hinaus treten auch Gänse und Rabenkrähen regelmäßig in Erscheinung.
Wie gehen Sie vor, wenn Bürger ein Problem melden?
Zunächst versuche ich, durch Beratung und Schutzmaßnahmen Abhilfe zu schaffen – etwa indem Gärten, Teiche oder Mülltonnen gesichert werden. Nur wenn das nicht ausreicht, kommen jagdliche Maßnahmen wie die tierschutzgerechte Fallenjagd infrage. Der Einsatz einer Schusswaffe ist die absolute Ausnahme und nur unter strengen gesetzlichen Vorgaben erlaubt. Bei jeder Tätigkeit steht für mich der Tierschutz an erster Stelle.
Wie hat sich das Verhalten der Wildtiere in den letzten Jahren verändert?
Viele Tiere haben sich an das Leben in der Gemeinde angepasst. Waschbär, Dachs oder Nutria verlieren zunehmend ihre Scheu und nutzen Gärten, Parks und Gebäude als Lebensraum. Teilweise zeigen Nutrias sogar aggressives Verhalten gegenüber Hunden. Das macht präventive Maßnahmen und frühzeitige Meldungen besonders wichtig.
Was können Bürgerinnen und Bürger tun, um Konflikte mit Wildtieren zu vermeiden?
Wichtig ist: Wildtiere in Ruhe lassen, Mülltonnen sichern und keine Futterstellen anlegen. Wer auffällige Tiere sieht, sollte sich direkt bei mir melden. So können wir gemeinsam handeln, bevor Schäden oder Gefahren entstehen.
Wie erreichen die Bürger Sie am besten?
Ich bin telefonisch unter 0162/2010230 oder per E-Mail an kathrin.karn@gmail.com erreichbar. Außerdem können Meldungen auch über den Wildtierbeauftragten erfolgen. Hilfreich sind dabei möglichst genaue Angaben: Tierart, Ort, Uhrzeit, beobachtetes Verhalten und mögliche Gefahren.
Welches Missverständnis über Ihre Arbeit möchten Sie ausräumen?
Viele glauben, Stadtjäger seien nur zum Schießen da. Tatsächlich liegt mein Schwerpunkt auf Beratung, Prävention und Tierschutz. Jagdliche Maßnahmen sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Gibt es ein Motto, das Sie leitet?
Ja: Mensch und Wildtier im Einklang.



