Abschied von sechs Mitgliedern des Gemeinderates

In der vergangenen Gemeinderatsitzung ging es ungewöhnlich emotional zu: Gleich sechs Gemeinderäte wurden von Bürgermeister Michael Möslang aus dem Gremium feierlich verabschiedet. Möslang hatte für jeden seiner Räte eine kleine Foto-Präsentation zusammengestellt, um auf ihr Wirken und die großen Projekte ihrer Amtszeit zu verweisen. Zudem hatte er für alle ausgeschiedenen Herren persönliche Dankesworte und Geschenke vorbereitet.

"Mit Gernot Lorch verlässt uns unser 'Glücksbringer'", so Möslang in seinen Abschiedsworten an den ortsbekannten Schornsteinfeger, der nach fünf Jahren im Gemeinderat nicht wieder kandidieren wollte. "Deine Kenntnisse der Menschen in der Gemeinde waren ein riesiger Gewinn für uns alle. Dein Wissen darum, was unsere Einwohnerinnen und Einwohner gerade bewegt, und Deine immer freundliche, umgängliche Art werden uns allen sehr fehlen."

Bei Siegmund Fischer, der nach zehn Jahren das Gremium verließ, bedankte sich Möslang für dessen starke und wertvolle Unterstützung im Verwaltungsbereich. "Ihre Kenntnisse dieser Strukturen und Ihre enorme Ortskenntnis waren uns eine große Hilfe", sagte Möslang. "Darüber hinaus habe ich Sie als sehr feinen, sozialen und ruhigen Menschen kennen und schätzen gelernt."

Mit Thomas Schieker verließ ein weiteres Gremiumsmitglied nach zehn Jahren auf eigenen Wunsch den Rat. "Deine Expertise als Polizeibeamter, als jemand, der tagtäglich mit den Schwächen einer Gesellschaft und einer Gemeinde konfrontiert wird, war für uns sehr wichtig. Noch dazu warst Du als "Ur-Linkenheimer" ein ausgezeichneter Kenner der Menschen vor Ort und hast die Gemeinde bei ihrer großen Entwicklung der vergangenen Jahre zuverlässig begleitet."

Nach 15 Jahren im Gemeinderat nahm auch Bernhard Kirschbaum seinen Hut: "Es würde fraglos den Rahmen sprengen, alle Deine Aktivitäten und Engagements aufzuzählen", sagte Möslang zum scheidenden Ratsmitglied. "Und Du wirst mir in Erinnerung bleiben als sehr aktiver Gemeinderat, der immer an Details interessiert war, der zurückfragte und nachbohrte, wenn er etwas nicht genau verstand. Und als Politiker, der bereit war, seine Position gegen eine Mehrheit tapfer zu vertreten. Darüber hinaus war es Deine herzliche und verbindliche Art, die Dich auszeichnete."

Mit Michael Will gehe nach 15 Jahren ein Gemeinderat, der Gott und die Welt kenne und den Gott und die Welt gerne habe, sagte Möslang: "Du hast Dich einmal als Linkenheimer bezeichnet, der seit Jahrzehnten in Hochstetten Aufbauarbeit leistet", schmunzelte Möslang. "Damit hast Du ein Stück weit Deinen persönlichen Charakter und auch den Dir eigenen Sinn für Humor zum Ausdruck gebracht." Tief im Vereinsleben verwurzelt und wichtiges Mitglied im Partnerschaftskomitee, sei Michael Will ein überaus wertvolles Ratsmitglied gewesen. "Du wirst aber vor allem als Mensch fehlen, als einer, der gerne bescheiden im Hintergrund Gutes bewirkt."  

Abschließend verabschiedete sich Möslang vom ungekrönten Hochstettener Ortsvorsteher Klaus König, der nach 30 Jahren als Gemeinderat und 20 Jahren Bürgermeisterstellvertreter die politische Bühne verließ: "Es ist unmöglich, Deine Verdienste aufzuzählen", wandte sich Möslang an König. "Du hast über den Zeitraum einer ganzen Generation Linkenheim-Hochstetten mitgeprägt, weiterentwickelt, fit für die Zukunft gemacht. Besonders die Belange der Schulen waren Dein Steckenpferd und in diesem Bereich konntest Du viel Erfahrung einbringen. Ich erinnere mich gerne und mit Bewunderung an viele Wortbeiträge und Deine außergewöhnliche Fähigkeit, Debatten pointiert und treffend zusammenzufassen." Auch Königs exzellentes Gespür für städtebauliche Maßnahmen sei aus fachlicher Sicht zu erwähnen. "Darüber hinaus warst Du immer jemand, der mit seinem ausgleichenden Wesen, seiner ausgesprochenen Kollegialität und seiner Fähigkeit Kritik zu üben, ohne zu verletzen, die Ratsarbeit positiv geprägt hat."