Bürgermeister Michael Möslang zur Ausbreitung des Corona-Virus

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (05.05.2020)

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (21.04.2020)

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (27.03.2020)

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (21.03.2020)

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (18.03.2020)

 

iebe Einwohnerinnen und Einwohner,
liebe Leserinnen und Leser,

Linkenheim-Hochstetten ist bisher gut durch die Corona-Pandemie gekommen - ebenso wie viele andere Gemeinden im Landkreis Karlsruhe. Wir haben seit rund zwei Wochen keine neuen, bestätigten Infektionsfälle mehr. Damit haben wir 18 Genesene und noch drei Erkrankte bei rund 12.000 Einwohnern.


Mir ist es vor diesem Hintergrund ein besonderes Anliegen, auch an dieser Stelle nochmals Dankeschön für die Disziplin im Umgang mit den Einschränkungen der Corona-Verordnung der Landesregierung zu sagen. Mir ist bewusst, dass dies besonders dann eine Herausforderung ist, wenn gefühlt immer mehr Menschen um einen herum die Vorgaben nicht oder nicht mehr beachten. Ich denke, der Vergleich mit anderen Ländern um uns herum zeigt, dass die Maßnahmen grundsätzlich geeignet waren, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und so eine bestmögliche medizinische Versorgung für alle zu gewährleisten. Ob alle Maßnahmen auch verhältnismäßig und angemessen waren, wird sich erst im Nachhinein beurteilen lassen, soweit dies überhaupt objektiv möglich ist.
Jeder von uns hat die vergangenen "Corona-Wochen" anders erlebt. Für die Kinder war die Schließung der Kindergärten und Spielplätze die einschneidenste Erfahrung, für die Schüler die lange Zeit ohne Freunde und Klassenkameraden. Restaurant-Betreiber bangen nach wie vor um ihre Existenz und Einzelhändler mussten zum ersten Mal in ihrem Leben ihr Geschäft schließen. Für die Bewohner des Pflegeheimes war die Ausgangssperre eine schwere Belastung, für deren Angehörige das Besuchsverbot im Pflegeheim. Für das junge Brautpaar war die Absage ihrer Hochzeit eine bittere Pille, Gläubige konnten viele Wochen am Stück keine Gottesdienst mit ihren Gemeinden halten. Auch in anderen Bereichen waren die Auswirkungen der Krise denkbar unterschiedlich. Viele Selbstständige und Gewerbebetriebe mussten Steuerstundungen bei der Gemeinde beantragen, die Restaurants kämpfen ums wirtschaftliche Überleben. Auf der anderen Seite haben wir Gewerbebetriebe, die ein gewaltiges Umsatzplus erleben, weil ihre Produkte oder Dienstleistungen infolge der Krise besonders nachgefragt werden. Die Aufzählung all dieser Auswirkungen in verschiedensten Bereichen könnte wohl die ganze R(h)einschau füllen. Aber: nur sehr sehr wenige von uns mussten einen langen Krankheitsverlauf durchleben oder haben gar den Verlust eines Angehörigen infolge des Virus' zu beklagen.


Gestern Vormittag erzählte eine Radiomoderatorin von "der Zeit der Entschleunigung" in Bezug auf die vergangenen Wochen. Ich ganz persönlich habe diese Wochen keineswegs als "entschleunigt" empfunden. Das Krisenmanagement in Kombination mit dem Aufrechterhalten des Dienstbetriebes und dem Umsetzen ständig neuer Vorschriften war eine große Herausforderung.


Ich betrachte es in diesen Tagen immer wieder mit Sorge, wenn in den Medien pauschale Aussagen getroffen oder Forderungen formuliert werden. Wir sollten uns besonders in der aktuellen Situation darauf besinnen, dass jeder von uns die Corona-Krise anders wahrnimmt, eine andere "Corona-Wirklichkeit" erlebt. Und wir sollten diesen unterschiedlichen Sichtweisen unserer Mitmenschen Respekt entgegenbringen. Wenn unser Gegenüber eine Alltags-Maske trägt oder um Abstand bittet, gilt es, das ernst zu nehmen, zu respektieren. Wenn unser Gegenüber keine Maske trägt, ist auch dies, wenn die Regeln der Corona-Verordnung beachtet werden, völlig akzeptabel.


Gefühlt bilden sich derzeit zwei Lager: einer Hälfte gehen die Lockerungsmaßnahmen nicht schnell genug und die Einschränkungen zu weit, die andere Hälfte empfindet die Lockerungsmaßnahmen als übereilt und sieht die erlebte Sorglosigkeit in vielen Bereichen höchst kritisch. Das führt immer wieder zu Alltagskonflikten. Deshalb ist meine Bitte: Respektieren Sie den Umgang Ihres Nächsten, Ihres Nachbarn mit der Corona-Situation. Solange die Regelungen der Verordnungen der Landesregierung eingehalten werden, ist jeder frei darin, das Beste aus diesen Tagen zu machen und sich nach eigenem Erwägen zu schützen. Aber diese Regelungen sind zugleich auch Rechtsverordnung, keine lose Empfehlung. Auch dann, wenn wir sie selbst als nicht angemessen empfinden.

Bleiben Sie gesund!

Ihr
Michael Möslang, Bürgermeister