Brücken zur Insel Rott

Kartenausschnitt der beiden Brücken

Brücken zur Insel Rott werden ab April 2019 saniert

Seit 20. Juli 2018 sind die Altrheinbrücke und die alte Drehbrücke zwischen dem Rheinhochwasserdamm am Parkplatz des Baggersees Gießen und der Insel Rott für Kraftfahrzeuge gesperrt. Grund für die Sperrung ist der schlechte Zustand beider Brücken, der im Rahmen einer Brückenprüfung in der gleichen Woche deutlich wurde. Der Brückensachverständige konnte insbesondere aufgrund der Bewegung beider Bauwerke beim Überfahren keine uneingeschränkte Verkehrstauglichkeit der Bauwerke mehr bescheinigen und empfahl als Sofortmaßnahme die Sperrung der Altrheinbrücke und der Drehbrücke für Kraftfahrzeuge. Darüber hinaus entsprechen auch die Geländer der Bauwerke nicht mehr den aktuellen Vorgaben für Absturzsicherungen im öffentlichen Raum. So ist die Höhe der Geländer zu gering für Radfahrverkehr. Daher wurde seitens der Gemeinde auch ein Überfahren der Brücken mit Fahrrädern verboten. Radfahrer sind entsprechend aktuell angehalten, vor den Brücken abzusteigen.
Die Erschließung der Insel selbst und der An- und Ablieferverkehr sind über den Leinpfad dank der Genehmigung des Wasserschifffahrtsamtes von Ende Juli weiterhin sichergestellt. Eine Zufahrtsbeschränkung ergibt sich somit ausschließlich für den motorisierten Besucherverkehr. Der Fußweg vom Parkplatz Baggersee Gießen bis zum Lokal Insel Rott beträgt 620 Meter.

Inzwischen hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 14. Dezember 2018 (Beschluss) beschlossen, die beiden Brücken zu sanieren. Umfangreiche Untersuchungen hatten diese Option, die zunächst nicht im Raum gestanden hatte, ermöglicht. Entsprechend wird die Sanierung der Altrheinbrücke sowie der Drehbrücke realisiert und die einschlägigen Mittel im Haushalt 2019 bereitgestellt. Diese belaufen sich für beide Maßnahmen auf voraussichtlich rund 630 000 Euro. Des Weiteren hat der Gemeinderat beschlossen, den Leinpfad auf eine Breite von vier Metern auszubauen, um Begegnungsverkehr zu ermöglichen. Die für diese Maßnahme eingestellten Mittel belaufen sich auf rund 480 000 Euro, die ebenfalls in den Haushalt 2019 eingestellt wurden.

Somit konnte eine im Vergleich zu Neubaumaßnahmen deutlich günstigere Alternative gefunden werden, die zudem rasch umzusetzen ist. In enger Abstimmung mit den Betreibern der Gaststätten auf der Insel Rott sowie dem Anglerverein Hochstetten wurde am 15. Januar 2019 gemeinsam mit einem Vertreter des Planungsbüros ein Zeitplan abgestimmt, nach dem die Bauarbeiten, die eine Vollsperrung der Brücken mit sich bringen, am 15. April 2019 beginnen und voraussichtlich bis 12. Juli 2019 andauern werden. Die Vollsperrung der Brücken bedeutet indes nicht, dass die Insel nicht zugänglich ist: Mit dem PKW kann man auch in diesem Zeitraum bis zum Dammübergang Linkenheim fahren und dort zu Fuß bzw. Fahrrad die Insel erreichen. Der Ausbau des Leinpfads wird sich an die Brückensanierungsarbeiten anschließen. Während des Ausbaus wird es lediglich ein Zeitfenster von zwei bis drei Wochen geben, in dem der Pfad nicht befahren werden kann. Zu diesem Zeitpunkt jedoch werden die Brücken bereits saniert und passierbar sein. Bürgermeister Michael Möslang betont in diesem Zusammenhang, dass die Sanierungslösung keineswegs nur kurzfristig angelegt sei, sondern auch der nächsten Generation noch eine gute Zufahrt mit dem PKW auf die Insel ermöglichen werde.

Warum hat die Gemeinde nicht schon früher etwas unternommen?

Die Prüfung der Brücken, welche zur Sperrung führte, erfolgte als Hauptprüfung nach DIN 1076 im Vorgriff zu einer Sanierungsuntersuchung. Eine solche Prüfung ist umfassender als eine reine Sichtprüfung. Insbesondere erfolgte eine Belastungsprobe mit einem 6 Tonnen schweren Fahrzeug welches über die Brücken fuhr.

Die Korrosionsschäden an der Drehbrücke sind seit langer Zeit ersichtlich und bekannt, allerdings nicht deren konkrete Folgen. So waren die Brückenbauwerke bereits 2010 vorübergehend infolge von Auflagerschäden gesperrt. Damals erfolgte entsprechend eine Teilsanierung.

  • 2013 ging die Brückenbaulast für die Drehbrücke von einem privaten Kiesförderunternehmen auf die Gemeinde über. In diesem Kontext wurde die Drehbrücke umfassend analysiert um auch Ausgleichszahlungen für Instandhaltungsarbeiten festzulegen. Eine umfassende Prüfung erfolgte
  • 2014 wurde der Belag auf der Brücke entsprechend erneuert
  • Im Spätjahr 2015 hatte der Gemeinderat im Haushalt 2016 für den Neubau der Brücken 600.000 € als erste Rate für das Jahr 2016 vorgesehen. Man war zu diesem Zeitpunkt von Neubaukosten in Höhe von insgesamt rund 1,2 Mio. € ausgegangen

Auf dieser Grundlage begannen die Planungen, welche 2017 soweit fortgeschritten waren, dass die Träger öffentlicher Belange umfassender angehört werden konnten (z.B. Naturschutz, Wasserschifffahrtsamt oder die Fischereibehörde…).

Im März 2018 entschied der Gemeinderat neben der Vorbereitung der Ausschreibung eines Neubaus auch die Sanierung der Brücken prüfen zu lassen. Grund hierfür waren insbesondere die auf fast 4 Mio. € prognostizierten Gesamtkosten für den Neubau beider Bauwerke. Alle Druckvorlagen hierzu sind auch über das Bürgerinformationssystem der Gemeinde abrufbar.

Insbesondere im Rahmen der Begehungen für die Neubauplanung in den vergangenen Jahren ergaben sich keine Hinweise auf die Notwendigkeit einer Sperrung für KFZ–Verkehr. Insofern kam das Ergebnis der Hauptprüfung auch für die Gemeinde überraschend, da man sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich mit beiden Bauwerken beschäftigt hatte.

Warum kam die Sperrung so plötzlich?

Der Brückensachverstände empfahl insbesondere die kurzfristige Sperrung beider Brücken für den motorisierten Verkehr. Bei einer solchen Maßnahmenempfehlung gilt es unverzüglich zu handeln um eine mögliche Gefahr für Nutzer der Brücken zu unterbinden. Entsprechend gab es keine „Vorwarnzeit“ oder Ähnliches.

Können nicht einfach THW oder Bundeswehr eine Schnellbrücke bauen?

Die Schnellbrücken oder Panzerbrücken sind für den vorübergehenden Einsatz gedacht. Denkbar wäre diese Lösung ergänzend zu anderen Maßnahmen um z.B. den Forst mit Vollerntern auf die Zwischeninsel zwischen Altrhein und den Baggerseen zu bekommen. In der Regel sind diese Konstruktionen auf 18-21 Meter Spannweite ausgelegt (je nach Modell). Die Altrheinbrücke überbrückt fast 40 Meter. Somit wäre auch bei diesen Konstruktionen eine Zwischengründung mit entsprechendem Genehmigungsverfahren nötig. Vom THW steht eine abschließende Stellungnahme noch aus.

Wie wäre es mit einem Fährschiff?

Tatsächlich gibt es Landungsschiffe, welche auch bei Niedrigwasser verkehren könnten. Auch könnte die Slip-Anlage der Feuerwehr so ausgebaut werden, dass eine Anlandung auf der Dammseite möglich wäre. Jedoch müsste auf der Insel Rott ebenfalls eine entsprechende Slip-Anlage eingerichtet werden und für den Fährverkehr im inzwischen mehrfach geschützten Dammvorland ein entsprechendes Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Vor diesem Hintergrund scheidet auch dieses Lösung als „schnelle Hilfe“, um die PKW wieder auf direktem Wege auf die Insel Rott zu bekommen, aus.

Was wurde bisher konkret in der Sache unternommen und wie geht es weiter?

Um möglichst schnell wieder zumindest auf die Altrheininsel mit Fahrzeugen zu kommen werden die im eingangs beschriebene Hauptgutachten gemachten Aussagen gezielt geprüft und Vorschläge zur punktuellen Sanierung erarbeitet. Beide Brückenbauwerke haben inzwischen ein provisorisches Geländer erhalten, welches den Radverkehr wieder sicher ermöglichen soll.

Am 10. September wurden die Ergebnisse der statischen Prüfung vorgestellt. Diese waren besser als erwartet. Eine Sanierungslösung ist denkbar.

Inzwischen hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 14. Dezember 2018 (Beschluss) beschlossen, die beiden Brücken zu sanieren. Umfangreiche Untersuchungen hatten diese Option, die zunächst nicht im Raum gestanden hatte, ermöglicht. Entsprechend wird die Sanierung der Altrheinbrücke sowie der Drehbrücke realisiert und die einschlägigen Mittel im Haushalt 2019 bereitgestellt. Diese belaufen sich für beide Maßnahmen auf voraussichtlich rund 630 000 Euro. Des Weiteren hat der Gemeinderat beschlossen, den Leinpfad auf eine Breite von vier Metern auszubauen, um Begegnungsverkehr zu ermöglichen. Die für diese Maßnahme eingestellten Mittel belaufen sich auf rund 480 000 Euro, die ebenfalls in den Haushalt 2019 eingestellt wurden.

Somit konnte eine im Vergleich zu Neubaumaßnahmen deutlich günstigere Alternative gefunden werden, die zudem rasch umzusetzen ist. In enger Abstimmung mit den Betreibern der Gaststätten auf der Insel Rott sowie dem Anglerverein Hochstetten wurde am 15. Januar 2019 gemeinsam mit einem Vertreter des Planungsbüros ein Zeitplan abgestimmt, nach dem die Bauarbeiten, die eine Vollsperrung der Brücken mit sich bringen, am 15. April 2019 beginnen und voraussichtlich bis 12. Juli 2019 andauern werden. Die Vollsperrung der Brücken bedeutet indes nicht, dass die Insel nicht zugänglich ist: Mit dem PKW kann man auch in diesem Zeitraum bis zum Dammübergang Linkenheim fahren und dort zu Fuß bzw. Fahrrad die Insel erreichen. Der Ausbau des Leinpfads wird sich an die Brückensanierungsarbeiten anschließen. Während des Ausbaus wird es lediglich ein Zeitfenster von zwei bis drei Wochen geben, in dem der Pfad nicht befahren werden kann. Zu diesem Zeitpunkt jedoch werden die Brücken bereits saniert und passierbar sein. Bürgermeister Michael Möslang betont in diesem Zusammenhang, dass die Sanierungslösung keineswegs nur kurzfristig angelegt sei, sondern auch der nächsten Generation noch eine gute Zufahrt mit PKW auf die Insel ermöglichen werde.