Beschlüsse aus dem Gemeinderat im Dezember: Auswertung der Saison 2025 am Streitköpflesee und neue Parktarife ab 1. April 2026
Die Gemeindeverwaltung hat dem Gemeinderat die Ergebnisse der Evaluation der Badesaison 2025 am Baggersee Streitköpfle vorgestellt. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten verlief die erste Saison mit dem neuen digitalen Kassiersystem insgesamt positiv. Beschwerden hielten sich in einem überschaubaren Rahmen, und die Zufahrt zum See konnte durch konsequente Kontrollen dauerhaft freigehalten werden. In den ersten Wochen gab es einen Systemdefekt, der zu einer Reihe falscher Mahnverfahren führte. Dieser wurde durch den Parkraumanbieter Wemolo behoben. Der Anbieter entschuldigte sich bei den Kunden entsprechend. Auffällig war, dass viele Besucherinnen und Besucher - insbesondere Einheimische - verstärkt mit dem Fahrrad kamen, was die Verkehrsbelastung rund um den See spürbar reduzierte. Dies nimmt die Gemeinde zum Anlass neue Fahrradständer zwischen der neuen Trafostation und dem Kiosk aufzustellen.
Das neue System mit Kennzeichenerfassung und Online- bzw. Automatenzahlung wurde gut angenommen. Über 7.700 bezahlte Parkvorgänge sowie rund 500 verkaufte Saisonkarten wurden registriert. Die Einnahmen konnten deutlich gesteigert werden - auf rund 78.800 Euro im Vergleich zu durchschnittlich 47.000 Euro in den Vorjahren. Die Betriebskosten für das Kassiersystem blieben mit unter 10.000 Euro für das gesamte Jahr moderat. Eine Umsatzbeteiligung gab es nicht.
Die Zusammenarbeit mit der Betreiberfirma Wemolo verlief, nach dem Beheben eines des anfänglichen technischen Defekts, sehr zuverlässig. Optimierungsbedarf besteht jedoch bei der Abwicklung der Saisonkarten. Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, sollen diese für Auswärtige (Regulärer Tarif = 80,-€/Jahr) künftig über ein Online-Portal erworben werden können; eine Barzahlung im Rathaus bleibt weiterhin möglich. Dieser zusätzliche Online-Service soll jedoch nur für den regulären Saisonkartentarif angeboten werden. Hintergrund ist, dass für der Parkraumbetreiber für diesen zusätzlichen Service 30% Umsatzbeteiligung erhalten möchte. Für die Einheimischen mit günstigerem Jahrestarif (auch weiterhin 40,-€ / Jahr) besteht künftig neben der Gemeindekasse auch die Möglichkeit Saisontickets im Bürgerbüro zu erwerben. Sowohl Bar-Zahlung, als auch EC-Karte sind möglich. Hingegen fallen weder für dieses "Einheimischen-Saison-Angebot", noch für die Automatenzahlungen oder die bisher schon möglichen Online-Zahlungen Entgelte oder Umsatzbeteiligungen zugunsten des Betreibers an. Dies war - entgegen anderslautender Aussagen im Sozial Media - auch bisher nicht der Fall.
Die im Frühjahr gestartete Bürgerinitiative gegen die Parkgebühren wurde ausgewertet. Viele der dort erhobenen Forderungen - etwa Gebührenfreiheit für Einwohner - sind jedoch rechtlich oder organisatorisch nicht umsetzbar.
Neue Parktarife ab 1. April 2026
Auf Basis der Datenauswertung und Erfahrungen empfiehlt die Verwaltung eine differenzierte Tarifstruktur. So sollen die Gebühren entsprechend der Länge des Parkvorgangs feiner gestaffelt werden. Der Gemeinderat diskutierte hierbei fraktionsübergreifend sowohl ob die erste Stunde parken kostenfrei sein soll, als auch einen "Abendtarif" in Form von kostenlosem Parken ab 18 Uhr. Beides fand keine Mehrheit im Rat. Der Gemeinderat hat im Anschluss an die Aussprache folgende Gebührenstruktur beschlossen:
bis 2 Stunden: 3 Euro
2 bis 4 Stunden: 6 Euro
Tageslimit: 8 Euro
Diese Staffelung orientiert sich an der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Besucher und soll zu mehr Fairness und Transparenz führen.
Die bestehende Nutzungsordnung wird entsprechend angepasst. Die Gemeinde rechnet damit, dass die neue Struktur zu einer guten Balance zwischen Wirtschaftlichkeit, Besucherfreundlichkeit und naturverträglicher Steuerung der Besucherströme beiträgt.
Die Änderungen treten zum 1. April 2026 in Kraft.
Die neue Gebührenstruktur wurde mit 17 Ja-Stimmen und einer Gegenstimme verabschiedet. Die zusätzlichen Neuregelungen für die Saisonkarten und die Neufassung der Nutzungsordnung wurden einstimmig verabschiedet.



