Aus dem Gemeinderat – Teil 1
Zukunft der Drehbrücke zur Insel Rott im Gemeinderat diskutiert
Der Gemeinderat hat sich mit der Zukunft der Drehbrücke zur Insel Rott befasst. Hintergrund sind zunehmende Schäden an der bestehenden Brücke. Aufgrund von Korrosion und Abnutzung wird befürchtet, dass sie für den Pkw-Verkehr in absehbarer Zeit nicht mehr sicher nutzbar sein könnte. Alle 6 Jahre ist die große Überprüfung zu wiederholen. Die aktuelle Freigabe läuft damit 2030 aus. Diesen Zeitraum gilt es nun zu nutzen, um Handlungsalternativen zu erarbeiten. Der anwesende Referent Dipl.-Ing. Herr Jörg Baumgärtner von den Kirn Ingenieuren berichtete über die festgestellten Mängel und zeigte mögliche Alternativen auf. Zur Diskussion stand somit ein Ersatzbauwerk für die Drehbrücke für Pkw-Verkehr oder ihr Rückbau zu einer reinen Fuß- und Radwegebrücke. Bei der zweiten Variante hätten 80 Stellplätze auf der Altrheininsel (Insel zwischen den beiden Brücken zur Rott) hergestellt werden sollen, so dass der Fußweg zu den Lokalen nicht zu lang wird.
In der Sitzung wurden verschiedene Bedenken aus der Bürgerschaft angesprochen. Frau Kössler vom Anglerverein Hochstetten wies darauf hin, dass eine Sperrung der Brücke für den Autoverkehr die Erreichbarkeit der Angelplätze deutlich erschweren würde. Aktive Angler müssten dann über den Leinpfad fahren, was insbesondere bei Hochwasser problematisch sein könnte.
Auch die Parkplatzsituation auf der Insel Rott wurde thematisiert. Mehrere Wortmeldungen stellten infrage, ob zusätzliche Parkmöglichkeiten auf der Altrheininsel sinnvoll sind, wenn gleichzeitig die Zugänglichkeit für bestimmte Nutzergruppen eingeschränkt wird.
Ein weiterer Punkt betraf die Notfallversorgung. Anwohner äußerten die Sorge, dass Feuerwehr und Rettungsdienste bei Hochwasser Schwierigkeiten haben könnten, die Insel zu erreichen, wenn der Leinpfad überflutet ist.
Der Gemeinderat sprach sich schließlich mehrheitlich dafür aus, weiterhin eine direkte Anfahrbarkeit der Insel Rott mit dem Pkw sicherzustellen. Die Verwaltung wurde daher beauftragt, die Planung für den Neubau einer Pkw-Brücke vorzubereiten. Dieser Beschluss wurde mit 11 Ja-Stimmen bei 6 Gegenstimmen gefasst. Die Variante mit den Stellplätzen auf der Altrheininsel soll nicht weiter verfolgt werden.
Bereits 2018 wurden auch andere Varianten untersucht. Die Prüfung einer Verdolung, ein Damm zwischen der Insel und der Neubau einer Fuß- und Radwegebrücke waren ebenfalls im Gespräch.
Im ersten Verfahrensschritt wird nun Abstimmung für den Neubau der PKW-Brücke mit den zuständigen Fachbehörden vorgenommen. Wasserrechtsbehörde, Artenschutz, Umweltschutz und viele weitere Träger öffentlicher Belange sind zu koordinieren. Im zweiten Schritt ist die Planung zu konkretisieren. Für den Bau wird auch eine Behelfsbrücke parallel zur Altrheinbrücke nötig werden oder ein Andienen der Betonelemente mittels Schiffe. Daher muss die Gemeinde das Verfahren in 2026 starten um bis 2030 reagieren zu können.
In der Abwägung unterstrichen große Teile des Rates die Bereitschaft, für das voraussichtlich über 3 Millionen teure Projekt auch Schulden zu machen. Hervorgehoben wurde die Bedeutung der Insel Rott für Naherholungssuchende, aber auch die Notwendigkeit, mit Einsatzfahrzeugen ohne den Umweg über den Leinpfad auf die Insel zu kommen.
Einstimmig beschlossen wurde außerdem, dass die Verwaltung nach Abschluss eines ersten Prüfschritts erneut in den Gemeinderat kommt, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Drehbrücke zur Insel Rott


