Aus dem Gemeinderat: Klimawandelanpassung in den Kindertageseinrichtungen
Der außergewöhnlich heiße Sommer 2026 hat auch unsere Kindertageseinrichtungen vor besondere Herausforderungen gestellt. Der Gemeinderat beschäftigte sich daher in seiner Sitzung am 24. September mit der Frage, wie die kommunalen Kita-Gebäude künftig besser an längere Hitzeperioden angepasst werden können.
Bereits heute verfügen die Einrichtungen über unterschiedliche Verschattungsmöglichkeiten. Bei neueren beziehungsweise sanierten Gebäuden kommen zudem moderne Dämmung und Lüftungsanlagen zum Einsatz. Dennoch zeigte sich insbesondere bei länger anhaltender Hitze, dass sich einzelne Räume stark aufheizen können. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Dauer der täglichen Nutzung, etwa bei Ganztagesangeboten.
Der Gemeinderat beschloss deshalb ein gestuftes Vorgehen. Künftige Maßnahmen sollen sich an der tatsächlichen Wärmebelastung, der täglichen Betreuungsdauer und der langfristigen Nutzungsperspektive des jeweiligen Gebäudes orientieren. Dieser Weg wurde mit 17 Ja-Stimmen einstimmig beschlossen. Eine flächendeckende Ausstattung aller Kita-Gebäude mit Split-Klimaanlagen im Jahr 2027 wurde dagegen einstimmig abgelehnt.
Für baulich-technische Maßnahmen legte der Gemeinderat eine klare Reihenfolge fest. Zunächst soll der Wärmeeintrag möglichst vermieden oder verringert werden, insbesondere durch einen wirksamen außenliegenden Sonnenschutz. Als nächster Schritt sollen die Möglichkeiten zur Nacht- und Querlüftung optimiert werden. Bei ohnehin anstehenden Sanierungen sollen außerdem Dach, Fassade und Verglasung im Hinblick auf den sommerlichen Wärmeschutz verbessert werden. Erst wenn diese passiven Maßnahmen aufgrund der Gebäudesituation und der Nutzungsdauer nicht ausreichen, soll ergänzend eine aktive Kühlung eingesetzt werden. Ist eine dauerhafte Kühlung notwendig, sollen stationäre Systeme mobilen Klimageräten vorgezogen werden.
Neben den baulichen Maßnahmen sollen auch die organisatorischen Möglichkeiten weiterentwickelt werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, gemeinsam mit den Trägern die bestehenden Hitzeschutzkonzepte zu überprüfen und zu optimieren. Zusätzlich soll ein einrichtungsübergreifendes Temperaturmonitoring für Gruppen-, Schlaf- und Ruheräume eingeführt werden. Dadurch soll künftig besser erkennbar werden, in welchen Einrichtungen und Räumen besonders hoher Handlungsbedarf besteht.
Darüber hinaus soll gemeinsam mit den Einrichtungsleitungen geprüft werden, inwieweit die Struktur der Ganztagesbetreuung angepasst werden kann. Auch hierbei sollen die unterschiedlichen baulichen Voraussetzungen und die tatsächliche Belastung der einzelnen Standorte berücksichtigt werden.
Mit dem Beschluss verfolgt die Gemeinde somit keinen pauschalen Ansatz für alle Einrichtungen. Stattdessen sollen organisatorische, bauliche und technische Maßnahmen gezielt und entsprechend dem tatsächlichen Bedarf eingesetzt werden. Ziel ist es, die kommunalen Kindertageseinrichtungen schrittweise auf künftig häufiger auftretende Hitzeperioden vorzubereiten und für Kinder sowie Beschäftigte möglichst gute Bedingungen zu schaffen.


