Asiatische Tigermücke in Linkenheim-Hochstetten nachgewiesen
Anfang August 2026 wurde im Ortsteil Linkenheim erstmals eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) nachgewiesen. Der Fund erfolgte im Bereich der Bachstraße.
Da sich die Asiatische Tigermücke aus eigener Kraft nur über vergleichsweise kurze Strecken ausbreitet, spricht der Fund dafür, dass sich die Tiere möglicherweise bereits in der näheren Umgebung vermehren. Um eine dauerhafte Ansiedlung und weitere Ausbreitung möglichst zu verhindern, sind nun schnelles Handeln und die Mithilfe der Bevölkerung wichtig.
Die Gemeinde Linkenheim-Hochstetten ist Gründungsmitglied der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V. (KABS) und kann bei den weiteren Maßnahmen auf deren Erfahrung und fachliche Unterstützung zurückgreifen. Die Gemeindeverwaltung wird das weitere Vorgehen eng mit den Fachleuten der KABS abstimmen.
KABS untersucht das betroffene Gebiet
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KABS werden den Bereich rund um den Fundort untersuchen und die Befallsituation einschätzen. Dabei werden sie auch mit Anwohnerinnen und Anwohnern Kontakt aufnehmen und über geeignete Maßnahmen informieren.
Zusätzlich wird ein Monitoring mit Eiablagefallen eingerichtet. Dadurch soll festgestellt werden, ob und in welchem Umfang sich die Asiatische Tigermücke in diesem Bereich bereits angesiedelt hat.
Gerade in dieser frühen Phase sind Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen besonders wirkungsvoll. Erfahrungen aus anderen Kommunen im Oberrheingebiet zeigen, dass lokal begrenzte Populationen durch konsequente Maßnahmen deutlich zurückgedrängt werden können.
Was Bürgerinnen und Bürger jetzt tun können
Unabhängig davon, wie groß die Population in Linkenheim-Hochstetten derzeit ist, können alle Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer dazu beitragen, eine weitere Vermehrung zu verhindern.
Die Asiatische Tigermücke nutzt bereits kleinste Wasseransammlungen zur Eiablage. Typische Brutstätten sind beispielsweise:
Regentonnen und andere Wasserbehälter, Gießkannen und Eimer, Blumenuntersetzer, herumstehende Gefäße, verstopfte Regenrinnen oder Abflüsse, wassergefüllte Hohlräume und Behälter im Garten. Solche Wasseransammlungen sollten regelmäßig geleert oder so abgedeckt werden, dass Stechmücken keinen Zugang haben. Nicht benötigte Behälter sollten entfernt oder trocken gelagert werden.
Da mögliche Brutstätten teilweise sehr klein und unscheinbar sind, lohnt sich ein genauer Blick auf das eigene Grundstück.
Biologische Bekämpfung mit Bti
Zur Bekämpfung der Larven wird der biologische Wirkstoff Bti eingesetzt. Er wird in wassergefüllte Brutstätten gegeben und wirkt dort gezielt gegen Stechmückenlarven.
Bti wird über das Bürgerbüro der Gemeinde kostenfrei an Bürgerinnen und Bürger abgegeben.
Weitere Hinweise zur richtigen Anwendung werden von der Gemeinde und der KABS zur Verfügung gestellt.
Verdächtige Stechmücken melden
Die Asiatische Tigermücke kann mit anderen Stechmückenarten verwechselt werden. Für einen sicheren Nachweis benötigt die KABS deshalb möglichst aussagekräftige Fotos oder ein Exemplar des Tieres.
Wer eine verdächtige Stechmücke entdeckt, sollte diese möglichst unbeschädigt mit einem Glas einfangen oder vorsichtig erschlagen. Zum Abtöten kann das Tier anschließend für etwa 20 Minuten in ein Gefrierfach gelegt werden.
Danach sollten möglichst scharfe Fotos aus verschiedenen Perspektiven gemacht werden - insbesondere von oben, von vorne und von den Beinen. Die Bilder können über das Meldeportal der KABS unter www.kabsev.de/stichts eingesendet werden.
Bis zu einer Rückmeldung der KABS sollte das Exemplar kühl und trocken aufbewahrt werden. Alternativ kann die Stechmücke in einem kleinen stabilen Behältnis auch per Post an die KABS geschickt werden:
KABS e. V.
Stichwort: Tigermücke Linkenheim-Hochstetten
Georg-Peter-Süß-Straße 3
67346 Speyer
Woran erkennt man die Asiatische Tigermücke?
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke ist auffällig schwarz-weiß gefärbt. Charakteristisch sind unter anderem ihre gestreiften Beine. Anders als viele heimische Stechmücken ist sie überwiegend tagsüber aktiv.
Sie gilt außerdem als besonders stechfreudig und kann Menschen hartnäckig verfolgen. Bei größerem Vorkommen kann sie dadurch die Aufenthaltsqualität im Freien erheblich beeinträchtigen.
Durch den internationalen Reise- und Warenverkehr hat sich die Art in den vergangenen Jahrzehnten weltweit verbreitet. Auch im klimatisch begünstigten Oberrheingebiet findet sie geeignete Lebensbedingungen.
Warum die Tigermücke bekämpft wird
Neben der möglichen starken Belästigung kann die Asiatische Tigermücke grundsätzlich verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter Dengue-, Zika- und Chikungunya-Viren.
Die Mücke trägt diese Erreger jedoch nicht automatisch in sich. Sie muss zunächst eine infizierte Person stechen, in deren Blut sich entsprechende Viren befinden. Erst anschließend kann unter geeigneten Bedingungen eine Weiterübertragung stattfinden.
Entscheidend ist deshalb, eine größere Population möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Je früher mögliche Ansiedlungen erkannt und bekämpft werden, desto größer sind die Erfolgsaussichten.
Die Gemeinde bittet daher alle Bürgerinnen und Bürger um Aufmerksamkeit und Mithilfe - insbesondere bei der Beseitigung möglicher Brutstätten auf privaten Grundstücken.
Weitere Informationen zur Asiatischen Tigermücke und zu ihrer Bekämpfung finden Sie unter www.kabsev.de.




