Gemeindeentwicklungskonzept (GEK)

Im Dezember 2016 beschloss der Gemeinderat die grundsätzlichen, kommunalen Entwicklungsfragen für Linkenheim-Hochstetten im Dialog mit den Einwohnern zu beantworten. 2017 bis Anfang 2018 soll hierzu ein Gemeindeenticklungskonzept (GEK) erarbeitet werden.

Dieses Konzept wird zum "roten Faden", zur "Richtschnur" für die Großprojekte der kommenden Jahre. Im GEK soll diskutiert und am Ende durch den Gemeinderat entschieden werden, welche Bauvorhaben, Umbaumaßnahmen, Planungs- oder Verwaltungsprozesse für die Gemeinde wichtig sind und in welcher Rheinfolge sie angegangen werden sollen.

Was ist ein Gemeindeentwicklungskonzept?

Mit dem GEK werden grundsätzliche Entwicklungsziele und Ausbaustandards für die Gemeinde festgelegt. Wie sollen zum Beispiel unsere Ortseingänge aussehen?, was ist uns mit Blick auf die Straßenraumgestaltung wichtig?, was machen wir mit innerörtlichen Brachflächen?, sollen wir uns weiterhin vorrangig als Wohngemeinde entwickeln?.... Aus diesen Zielen heraus bündelt das GEK alle planerischen Aktivitäten in der Gemeinde in einem übergreifenden Konzept. Dieses Konzept ist dann in den nächsten Jahren Richtschnur der Kommunalpolitik. Es legt die Dringlichkeit und Wichtigkeit von planerischen und städtebaulichen Handlungsfeldern fest.

Kernbestandteil des GEK ist der Dialogprozess zwischen Einwohnerschaft und Gemeinderat. Die direkte Bürgerbeteiligung entschärft zum einen den demokratischen Grundkonflikt, dass die Gewählten nur annehmen können was der Bürgerschaft wichtig ist, es aber nicht abschließend oder im Detail wissen und unterstützt zugleich die verbindliche, politische Aussagekraft des GEK.

Für die planerische Ausarbeitung des GEK wurde das Architektur- und Stadtplanungsbüro "werk-plan" www.werk-plan.com beauftragt. Es arbeitet als Arbeitsgemeinschaft mit dem Büro "Kobra" www.kobra-online.info zusammen. Beide Büros haben gute Referenzen bei der Erarbeitung und Erstellung von räumlichen Entwicklungskonzepten für Städte, Stadtteile und Gemeinden.

Warum ein Gemeindeentwicklungskonzept?

Für Linkenheim-Hochstetten steht eine Reihe grundsätzlicher Entwicklungsentscheidungen an. Gestaltungsfragen, Verkehrsentwicklung, innerörtliche Verdichtung oder die Frage wie die Mischgebietsfläche im Neubaugebiet genutzt werden soll, gilt es zu beantworten. Jede Entscheidung bedingt dabei mehrere Themenfelder und hat Auswirkungen auf andere, noch offene Fragestellungen. Gemeindeentwicklung ist dabei wie ein Zauberwürfel. Man kann eine Seite nicht verändern ohne Auswirkungen auf alle anderen Seiten.Daher ist es wichtig die Entscheidungen aufeinander abzustimmen.Auch muss festgelegt werden welches Handlungsfeld als erstes, als zweites, als drittes... bearbeitet werden soll.

Die Gemeinde hat nur begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen. Entsprechend ist es wichtig neben dem Standard auch die Reihenfolge festzulegen, denn alles zugleich schaffen wir nicht.
Schließlich ist ein Gemeindeentwicklungskonzept inzwischen auch ein Planungsinstrument, das von übergeordneten Behörden bei neuen Bebauungsplänen, Flächennutzungsplanentwicklungen oder gar der Regionalplanung häufig als begründende Bedarfsvoraussetzung erfragt oder gar gefordert wird. Insbesondere Fördermittel für Sanierungsprogramme können heute nicht mehr ohne eine zusammenhängende Grundsatzplanung beantragt werden.

Wie kann man sich beim Gemeineentwicklungskonzept beteiligen und wer darf mitmachen?

Zum mitdiskutieren und Ideen einbringen sind alle Einwohnerinnen und Einwohner herzlich eingeladen.

Neben Bürgerwerkstätten und Ortsteilspaziergängen für Linkenheim und Hochstetten wird es auch gezielte Workshops oder Ortsbegehungen mit Jugendlichen, den vierten Klassen oder den Gewerbetreibenden geben.
Die Auftaktveranstaltung findet am 07. März 2017 im Bürgerhaus statt.

Parallel zum Verfahren besteht auch hier online die Möglichkeit Vorschläge einzubringen.

Wer entscheidet am Ende über die Ergebnisse des Gemeindeentwicklungskonzeptes?

Die abschließende Entscheidung über das GEK hat der Gemeinderat. Er ist das Hauptorgan der Gemeinde und demokratisch, repräsentativ gewählt.

Das Gremium wird sich dabei umfassend mit den Ergebnissen und Vorschlägen aus dem Beteiligungsprozess beschäftigen und jeden Vorschlag abwägen, bzw. in den Kontext zu den übrigen Vorschlägen setzen.

Was passiert mit den Ergebnissen und Vorschlägen aus dem Beteiligungsprozess?

Die Ergebnisse und Vorschläge werden dokumentiert und bei planerischen Vorschlägen ggf. auch grafisch aufgearbeitet. Anschließend werden diese dem Gemeinderat vorgelegt. Dieser muss entscheiden welche Vorschläge an welcher Stelle im GEK berücksichtigt werden.

Bereits Anfang 2018 sollen bis zu fünf konkrete Maßnahmen aus dem GEK im Gemeinderat verabschiedet werden und der Verwaltung als Arbeitsaufträge übergeben werden. Andere Entscheidungen werden grundsätzlicher Natur sein und die Verwaltungsvorschläge für den politischen Willensbildungsprozess der nächsten Jahre grundlegend steuern.