Am 23. November fuhren die erste Bürgermeisterstellvertreterin Dr. Müller-Reinartz, der Bürgermeisterstellvertreter Walter, die Stiftungsratsvorsitzende Jung-Wittiger und die Hauptamtsleiterin Deutsch gemeinsam nach Stuttgart um den Preis entgegenzunehmen für unser "Quartier der Vielfalt - Gemeinsam. Leben. Gestalten" - die Idee mit der sich die Gemeinde am Ideenwettbewerb des Landes beteiligt hat.


Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha und Staatsekretärin Bärbl Mielich haben bei einer feierlichen Preisverleihung im Neuen Schloss in Stuttgart 53 Kommunen für ihre Ideen und Konzepte zur generationengerechten Quartiersentwicklung mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 2,7 Millionen Euro ausgezeichnet. Zudem gab Minister Lucha bekannt, dass im kommenden Haushalt insgesamt 12 Millionen Euro für die Landesstrategie "Quartier 2020 - Gemeinsam. Gestalten." eingestellt worden seien.
"Sie haben mit Ihren Bewerbungen einmal mehr bewiesen, wie viel Kreativität, Innovation und Gestaltungswille in den baden-württembergischen Kommunen steckt.

Quartiere sind lebendige soziale Räume, in die Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen. Die räumlichen Grenzen eines Quartiers sind somit nicht klar fixiert. Vielmehr ist es ein persönlich-räumlicher Bezugsrahmen, mit dem sich die Menschen identifizieren, zum Beispiel ein Straßenzug, eine Nachbarschaft, ein Stadtteil oder ein ganzes Dorf. Das Quartier mit dem wir uns beworben haben ist unser Neubaugebiet Biegen/Durlacher Weg mit angrenzenden Bereichen, denn die besondere Situation in Linkenheim-Hochstetten ergibt sich aus dem Neubaugebiet welches sich aktuell in der Erschließungsphase befindet und die ehemals selbständigen Gemeinden Linkenheim und Hochstetten städteplanerisch noch weiter verbindet. Im Neubaugebiet sollen neben Ein- und Mehrfamilienhäusern auch sozialer Wohnraum, ein Altenpflegeheim und ein Wohnheim für behinderte Menschen entstehen. Im Nordwesten schließt sich im Bestand die AWO Betreute Wohnanlage "Haus Langer Berg" und die AWO Ambulant Betreute Wohngemeinschaft für ältere Menschen an. Ebenso der Standort des Altenpflegeheims der Stiftung Geschwister W. Nees.
Die Herausforderung besteht darin, alle Bedürfnisse, welche die Menschen mit in unser Neubaugebiet bringen zu erfüllen, die gewöhnlichen genauso wie die speziellen. Diese ergeben sich aus den verschiedenen Lebenslagen - junge Familien, Einkommensschwache, Senioren im betreuten Wohnen oder in verschiedenen Pflegeformen, Behinderte, Menschen in Anschlussunterbringung, Auszubildende und Studenten. Wir setzen uns zum Ziel, die bereits vorhandenen Angebote einzubinden.
Unsere übergeordnete Vision ist es ein Quartier zu schaffen, welches das Potenzial hat, nicht nur geografische Mitte sondern auch Lebensmittelpunkt für alle Menschen in unserer attraktiven Wohngemeinde zu sein! Wir sehen eine besondere Chance darin, dass das Quartier neu gestaltet wird und wir so die Möglichkeit haben die Bedürfnisse nicht einfach nur im Nebeneinander zu erfüllen, sondern als Miteinander zu gestalten.
Unsere Ziele für das Quartier (auch, aber nicht nur bezogen auf "Pflege und Unterstützung im Alter") leiten wir aus den Bedarfen, Wünschen und Visionen aus dem abgeschlossenen Beteiligungsprozesses "Fachplan Gesundheit - gesund älter werden in Linkenheim-Hochstetten" (2015/2016)  und aus dem Beteiligungsbaustein unseres Gemeindeentwicklungskonzeptes (2017)  ab.
So lassen wir in alle Überlegungen folgende Maxime einfließen:
- Begegnungsmöglichkeiten schaffen
- Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern
- Bedarfsorientierten Wohnraum schaffen
- Einfache Mobilität ermöglichen
- Quartiersmanager einsetzen
- Raumpotenziale ausmachen und ausschöpfen und gemeinsam nutzen
- Verbesserung der ärztlichen Versorgung
- Optimierung der Nahversorgung

Die Idee von Gemeinde und Stiftungsrat der Stiftung Nees beschäftigt sich hauptsächlich mit zwei Fragekomplexen: Wie können die sozialen Einrichtungen im Norden des Neubaugebietes gut miteinander arbeiten und voneinander profitieren und wie ist es möglich die neuen Bewohnerinnen und Bewohner im gesamten Neubaugebiet bzw. "Quartier" miteinander ins Gespräch zu bringen, gute Nachbarschaft entstehen zu lassen. Neben dem aus größeren Gemeinden und Städten bekannten Quartiersmanager/Kümmerer bedient sich die Konzeption für Biegen/Durlacher Weg auch ungewöhnlicher Lösungsansätze wie interaktiven Bildschirmen und einer Geo-Caching-Tour für Neubürger.
Gemeinsam mit der Stiftung Geschwister Nees und der Johannes-Diakonie-Mosbach wurden im Norden des Neubaugebietes alle sozialen Einrichtungen so konzeptioniert, dass jeweils Teile der Grünflächen öffentlich zugänglich sind und miteinander verbunden zum Rundweg im Quartier einladen.
Der nördliche Quartiersplatz soll durch seine Gestaltung besonders ältere Anlieger ansprechen, während im Süden des Quartiers ein Spielplatz mit Wasserspielelement Kinder und Jugendliche ansprechen soll. Beide Plätze sind durch einen Grünzug miteinander verbunden.


Für uns erstellt von Henning Volpp, Dipl.Ing (GSP - Gesellschaft für Soziales Planen)




Alles rund um unser "Quartier der Vielfalt - Gemeinsam. Leben. Gestalten" ist auf der Internetseite der Gemeinde zu finden. Auf der hierfür eingerichteten Seite wird die Gemeindeverwaltung auch immer wieder informieren über den Fortgang der Projekte.
Umfangreiche Informationen zum Ideenwettbewerb sowie zum Thema Quartiersentwicklung mit Praxisbeispielen, Arbeitshilfen und einem Newsletter stehen auf dem Online-Portal zur Landesstrategie zur Verfügung (www.quartier2020-bw.de)